Mattheuer für die Westentasche

»Freie Presse«, 15.06.2007

Den großen Mattheuer endlich einmal klein zu kriegen - davon haben Generationen von Malerkollegen und Offiziellen vergeblich geträumt. Nun, drei Jahre nach dem Tod des gebürtigen Reichenbachers, hat der BuchVerlag für die Frau in Leipzig dieses Kunststück fertig gebracht. Unter dem Titel „Einblicke“ ist ein Band der Mini-Reihe des Hauses erschienen, der auf 128 schmalen Seiten Leben und Werk des Künstlers beleuchtet.
Mattheuer schadet das Westentaschenformat nicht: Die gebotene Beschränkung und Kürze lassen das Außergewöhnliche, das sich mit diesem Mann verbindet, nur um so deutlicher werden. Es beginnt schon mit dem Motto, das dem Buch vorangestellt ist: „Bisher waren alle Utopien, alle Gesellschaftsmodelle auf ein besseres Leben gerichtet, jetzt sind wir darauf zurückgeworfen, Strategien fürs Überleben zu entwickeln.“ Das hat Wolfgang Mattheuer 1980 geschrieben. Er war auch ein Meister des Wortes und ein vorausschauender Kopf dazu.
In dem Büchlein gibt es in dem mit „Fenster-Augen“ überschriebenen Abteilung weitere bestechende Mattheuer-Sätze. Sie stehen neben den Holzschnitten des Künstlers, die auch im Mini-Format … ihre Wirkung zu entfalten wissen.

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