Tote Oma & Co.
»Leipziger Volkszeitung«, 23./24.06.2007
Ein bisschen lukullische Ostalgie muss sein, hat man sich beim Buchverlag für die Frau in Leipzig wohl gedacht … In dem kleinen, kunterbunten Büchlein, dessen Titel an den von Manne Krug Ende der 60er Jahre geschmetterten Werbesong „Koche mit Liebe, würze mit Bino“ angelehnt ist, finden sich Rezepte aus einer Zeit, als auch der Osten sein kleines Wirtschaftswunder genoss, die Urlaube länger und die Stimmung besser wurden. Einer Zeit, in der sich Kinder „Tote Oma“ wünschen konnten, ohne dass die Eltern an der Qualität ihrer Erziehungsmethoden zweifeln mussten. In den vier Kapiteln Heiß, Kalt, Süß und Flüssig sind neben den Rezepten für Würstchen im Schlafrock, Soljanka, Beamtenstippe, Kaltem Hund und Leipziger Kaffeehäufchen zahlreiche Abbildungen alter Werbeplakate zu sehen. Die lächelnde Frau mit der gepunkteten Schürze auf dem Buchcover wird vielen noch als Suppina-Köchin bekannt sein, den umtriebigen Herrn Fisch, der in immer neuen Varianten für den Verzehr seiner Artgenosssen warb, kennen sicher auch noch viele. Und das Rühr- und Mixgerät RG3 von AKA Elektrik soll heute noch in manchen ostdeutschen Küchen seine Dienste tun. …
· Heide Lang ·


Gestrickte Armstulpen